Leserbriefe

Hier findet Ihr Leserbriefe, die es über die lokale Presse oder auf direktem Wege zu uns geschafft haben. Gerne stellen wir hier auch Eure weniger oder ungekürzten Versionen vor.

2015

2015-02-26: Facebook und Co

derWesten.de hateinige Kommentare aus Facebook und Co zusammengestellt:

"An Kindern nicht sparen"

2013

2013-11-24 | Probleme nicht nachvollziehbar
Unsere Tochter hat sich Mitte der 90er häufig dort aufgehalten und ehrenamtlich betätigt. Wir waren immer froh zu wissen, dass sie auch außerhalb unseres Zuhauses einer pädagogischen Aufsicht unterliegt, sicherlich in einem etwas alternativeren Umfeld. Wir bezweifeln, dass viele Eltern behaupten können, ihren Kindern einen so guten Kompromiss zwischen Aufsicht und Freiheit zu bieten. Die scheinbaren Probleme mit der "Stock" wiederholen sich leider: Damals wie heute gibt es einen Nachbarn, der die Jugendarbeit nicht versteht und eine Stadt, die auf ihn hört. In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich, wenn die Ruhe eines Einzelnen für Wichtiger erachtet wird als die Entwicklung einer ganzen Gruppe von Jugendlichen? Wollen wir hoffen, dass nicht bald bei Kindergärten und Schulen ähnlich verfahren wird. Wir können andere Eltern nur ermutigen, ihre Kinder in die Stockumer Schule zu schicken.

G. und B. Vollbrecht

2013-11-20 | Vielfalt der Träger offener Jugendarbeit

Fassungslos nehme ich zur Kenntnis, dass der Stockumer Schule die Schließung droht. Die Begründung ist mir völlig schleierhaft.

Da wird von Ruhestörung berichtet, die die Polizei offenbar nicht einmal feststellen konnte und antidemokratisches Gedankengut unterstellt, weil drei Schlagwörter auf ein paar Bettlaken gemalt wurden. Und aus der Übernachtung von fünf Jugendlichen, die sich vorher ehrenamtlich engagierten, wird die vertragswidrige Nutzung der Räumlichkeiten.

So wird in Voerde also §11 SGB VIII umgesetzt, in dem es heißt: „ Sie (die Angebote der Jugendarbeit) sollen (…) zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher  Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.“ Ich frage mich, wie viele Jugendliche hierzu noch bereit sind, wenn die Konsequenz daraus die Schließung ihres Jugendzentrums ist.

Die Jugendlichen hätten sich konformer verhalten können? Was wird hier von jungen Menschen eigentlich erwartet? Einerseits sollen sie sich zu selbstbestimmten,  verantwortlichen Erwachsenen entwickeln, andererseits wird ihnen das Recht  abgesprochen, sich auszudrücken und in einem geschützten Raum wie der Stockumer Schule zu experimentieren.

Wir als Bürger sollten uns die Frage stellen: Soll die nächste Generation Jugendlicher zu mutigen, selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen, die erprobt haben, ihre Meinung äußern zu können? Oder soll sie zu unflexiblen, intoleranten Denunzianten werden, weil sie in ihrer Jugend erfahren hat, dass sie dadurch von Behörden ernst genommen wird?

Die Schließung der Stockumer Schule würde die Schließung des einzigen autonomen Jugendzentrums in Voerde bedeuten. Den Jugendlichen würde die Freiheit genommen werden, aus konfessionsgebundenen, städtischen und autonomen Jugendzentren zu wählen. Und das, obwohl gesetzlich geregelt ist, dass „die Jugendhilfe (…) gekennzeichnet (ist) durch die Vielfalt von Trägern unterschiedlicher Wertorientierungen (…).“ (§3 SGB VIII).

Wessen Interessen werden hier eigentlich vertreten? Doch ganz offensichtlich nicht die der Jugendlichen.

M. Vollbrecht, Oberhausen

2013-10-XX Was ist los in Voerde | Via Lokalkompass.de

Sehr verwundert bin ich über das Vorgehen der Stadt Voerde in Bezug auf das  Jugendzentrum Stockumer Schule. Es scheint, als sei der erste Beigeordnete, Herr Linke, von seinen MitarbeiterInnen über die Geschichte des Vereins 'Stockumer Schule' nicht gut informiert worden. Denn sonst wüsste er, dass die Querelen, die von dem direkten Nachbar der Jugendeinrichtung keine neue Qualität haben.

Die ständigen Provokationen durch den Nachbarn gehören leider seit Jahren zum Alltag für die engagierten Jugendlichen. Herr Linke wüsste dann auch, dass es bereits vor Jahren eine Übereinkunft zwischen dem Verein und den kommunalen Aufsichtsbehörden bezüglich der Nutzung der Räumlichkeiten getroffen wurde. Im Rahmen dieser Übereinkunft ist dem Verein gestattet, in gewissen zeitlichen Abständen regelmäßig Musikveranstaltungen zu organisieren. Die zahlreichen behördliche Geräuschmessungen, haben nie eine Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte ermittelt. Nach den letzten baulichen Maßnahmen (von der Stadt bezuschusst und zT in Eigenleistung von den Jugendlichen durchgeführt) sind zudem die Lärmschutzmaßnahmen ein weiteres Mal verbessert worden.

Bereits vor Jahren haben die Jugendlichen selbst dafür gesorgt, die Lärmemission so gering wie möglich zu halten. Schlichtende Gesprächsangebote hatte der Nachbar immer abgelehnt. Wohlgemerkt, er ist in die Nachbarschaft gezogen als die ehemalige Dorfschule bereits ein Treffpunkt von jungen Leuten war und das zu einer Zeit, als monatlich Konzerte und Partys mit mehr als 200 Gästen stattgefunden haben.

Was ist los in Voerde?

Erst stimmt eine große Mehrheit der Voerder Bevölkerung für eine Hauptstraße, die den Namen des politischen „Steigbügelhalters“ des größten Verbrechers der  Menschheitsgeschichte trägt, dann gibt es öffentlichen Unmut in der Stadtverwaltung über zwei Transparente, die nicht einmal explizit eine politische Stellungnahme  beinhalten. Soll Voerde zur „no go area“ für AntifaschistInnen werden, hat sich Voerde von dem Image einer modernen Stadt bereits verabschiedet? Antirassistische Arbeit gibt es hier wohl genug. Ich erinnere nur an die unwürdige Diskussion über den Standort eines
Flüchtlingsheims. Wer auf dem rechten Auge nicht blind ist, sieht in regelmäßigen  Abständen Aufkleber und Schmierereien von Neonazis. Selbst auf der offiziellen  Eröffnungsveranstaltung der Kinderferientage sieht man Menschen die sich durch das Tragen von entsprechenden Kleidungsstücken eindeutig als Anhänger der rechten Szene zu erkennen geben.

Anstatt die engagierten Jugendlichen zu gängeln, gilt es antifaschistische Arbeit zu unterstützen. Die Nachbarstadt Dinslaken macht es vor, wie man mit den Anforderungen einer modernen Gesellschaft umgeht. Dort werden Initiativen unterstützt (Stolpersteinverlegung, Städtepartnerschaft mit Israel, Geschichtsaufarbeitung, fairtrade-Stadt etc.). In Voerde bekommt man nicht einmal eine Arbeitsgruppe zusammen, die sich mit dieser Problematik beschäftigt. Leider ist von dem Rat der Stadt, als obersten Souverän, schon lange nichts mehr zu hören und wenn doch, dann nur von den ewigen Blockierern und Verweigerern aus den Fraktionen von CDU und FDP.

M. Wolf, Voerde

2013-10-17 | Emotionalen Ortsbindung
Abseits davon, dass die Stockumer Schule immer das wichtige regionale Aushängeschild alternativer und linker Jugendkultur an Niederrhein war, scheint die Stadt Voerde nicht zu verstehen, dass sich sich mit einer solch jugendfeindlichen Stadtpolitik in Zeiten von demographischem Wandel, Abwanderung und Innenstadtleerstand das eigene Grab schaufelt. Den Verantwortlichen muss klar gemacht werden, dass die Stockumer Schule eine der wenigen (wenn nicht die einzige) kulturellen Institutionen in der Stadt ist, die für sowohl für viele Exil-VoerderInnen als auch für die (noch) verbliebene Voerder Jugend eine zentrale Bedeutung hat und wesentlich zur emotionalen Ortsbindung an die Stadt Voerde beiträgt. Wenn die Stadt Voerde meint, sie könne (wiederholt) so mit der Stock und den mit ihr verbundenen Menschen umgehen, ist es endlich an der Zeit zu zeigen, dass wir das nicht mitmachen!

Jan Balke, Münster

2013-10-23 | Wahrzeichen Voerdes

Obwohl ich nicht mehr in Voerde lebe, lese und höre ich in den letzten Tagen häufig, dass seitens der Stadt damit gedroht wird, die Stockumer Schule zu schließen. Obwohl ich nicht mehr in Voerde lebe, betrifft mich diese Nachricht.

Warum? Ganz einfach, denke ich an meine Kindheit und Jugend in Voerde zurück, fällt mir neben dem Haus Voerde, dem Rhein und dem Karnevalszug unweigerlich die Stockumer Schule ein. Sie war und ist für mich ein Wahrzeichen Voerdes:

Sie ist in meinen Augen der Ort in Voerde, an dem Jugendkultur gelebt werden kann und auch gelebt wird. Es ist der Ort in Voerde, an dem mit unermüdlichem, großenteils ehrenamtlichem Einsatz ein Ort geschaffen und aufrechterhalten wird, an dem Jugendliche nicht nur zusammenkommen, sondern an dem sie wichtige soziale Fähigkeiten erlernen.

Ich hoffe darauf, dass die "Stadt Voerde" sich der Bedeutung der Stockumer Schule für ihre Bürger bewusst ist und weiteren Generationen die Chance lässt, die Stockumer Schule zu (er)leben, in guter Erinnerung zu behalten und auch als Erwachsener ab und zu zu ihr zurückzukehren.

Mareike Koßmann, Dortmund

2013-10-17 | Schule der Softskills
Mit Entsetzen verfolge ich das Verhalten der Stadt gegenüber der Initiative Jugend- und Kulturzentrum Stockumer Schule e.V. in Form von angedrohter Kündigung des Mietvertrages.


Da wird auf der einen Seite Geld für die politische Emanzipation Jugendlicher ausgegeben, auf der anderen Seite wird dem Voerder Symbol alternativer Jugendbewegung mit Schließung gedroht. Eine Veranstaltung wurde vor Ort verboten - meines Erachtens unter weitreichender Kompetenzüberschreitung seitens der Gebäudewirtschaft, vertreten durch Herrn Wilfried Limke. Grund unter Anderem: Unbequeme politische Meinungsäußerung in Form von Plakaten! Wohlgemerkt: Es handelt sich hier um Jugendliche auf dem Weg zur Willensbildung. Diese Jugendlichen haben sich außerdem kurz vorher ehrenamtlich engagiert um das Jugendzentrum sauber zu halten.

Evtl. projizieren Jugendliche ihren Unmut über jahrelange Schikane eines einzelnen Nachbarns auf die agierenden Polizisten. Die Stadtverwaltung hingegen ist zu blind die Nörgeleien einer aggressiven Einzelperson zu unterbinden, statt die Schikanierten zu schützen. Nicht grundlos hat der vorherige Nachbar jegliche Rechtsstreitereien verloren und der neue nach meinem Stand des Wissens im Kaufvertrag das Vorhandensein eines Jugendzentrums zur Kenntnis genommen. Allein diese Tatsache erübrigt meiner Meinung nach jedwede Diskussion ob es - nach 1,5 Jahre langer Renovierung unter Berücksichtigung eines besonderen Schallschutzes - überhaupt zu einer Lärmbelästigung gekommen sein kann oder nicht.

Beim Lesen über die aktuelle Problematik bin ich wirklich den Tränen nahe, da mir die Stockumer Schule als Jugendlicher unermesslich viel Rückhalt und Platz zur Selbstverwirklichung gegeben hat. Viele der in meinem heutigen Berufsleben nötigen Softskills habe ich dort, und nicht an der wissensvermittelnden Schule gelernt. Die demokratische Mitbestimmung wurde wirklich gelebt. Besorgniserregend ist hingegen die Untergrabung des demokratischen Grundgedankens, indem mit dem Begriff "Staatsschutz" eine perfide Stimmungsmache gestartet wird, welche sogar als Grund für eine Schließungsdrohung angeführt wird. Ein ernstzunehmender Zusammenhang fehlt hier schlicht und einfach, wenn man sich wenigstens kurz mit den diskutierten Begriffen auf den Plakaten auseinandersetzt. Ich meine das Verhalten der Stadt ist politische Willkür.

Ich möchte Sie im Namen Ihrer Kinder auffordern, Ihren Nachwuchs zu ermutigen, sich an der eigenen kulturellen und politischen Zukunft aktiv in der Stockumer Schule zu beteiligen. Bei Betrachtung der heutigen Studenten wage ich nämlich stark zu bezweifeln, dass die Partizipation im Allgemeinen eine sinnvolle Entwicklung vollzogen hat.

Dr. Florian M. Römer, Duisburg

ANTWORT auf 2013-10-17 | Schule der Softskills

Mit Interesse habe ich Ihren Leserbrief zur Kenntnis genommen. Ich finde, das Sie auf wesentliche Punkte aufmerksam machen.

Insbesondere der Punkt der Soft-skills und der Untergrabung des demokratischen Grundgedankens sollte meiner Meinung nach noch viel mehr aufgezeigt werden. Dies auch einfliessen zu lassen in die Kommunalpolitik gelingt leider zu wenig .

Vielen Dank von mir für diesen Leserbrief , der von mir sehr positiv gesehen wird.